Donnerstag, 05 März 2015 17:04

(21.07) Robben

Südamerikanischer Seebär

Arctocephalus australis

Tierart- Datenblatt

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL gibt für 5 Ohren- bzw. Hundsrobben generell eine Beckenfläche von 200 m² und eine Kubatur von 400 m³ vor bei Wassertiefen, die sich jeweils an der Körperlänge der Tiere orientieren. Wie diese Zahlen zustande kamen, wurde nie begründet. Die Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Practice Guidelines, und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abgestimmt werden soll. Zudem tragen einheitliche Beckendimensionen dem Umstand nicht Rechnung, dass es massive Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt (mittleres Gewicht weibliche Südamerikanische Seebären 45 kg, Südliche See-Elefantenkühe 700 kg). Eine Differenzierung ist deshalb angezeigt. Für Südamerikanische Seebären gibt es in einem VdZ-Zoo ein Becken mit einer Fläche von 61 m² und eine Kubatur von 115 m³, in der 1.4 Südamerikanische Seebären problemlos und ohne Verhaltensabweichungen leben und züchten.

Quellen:

  • Tierhaltererfahrung in einem VdZ-Zoo
  • MEIJER, G. (2008) Husbandry Guidelines for Eared Seals (Otariidae) Edited and Compiled by the EAZA Marine Mammal TAG. Ouwehands Dierenpark, Rhenen
  • WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2014) Handbook of the Mammals of the World. Vol. 4 - Sea Mammals. Lynx Edicions, Barcelona. ISBN 978-84-96553-93-4.

05.03.2015


Südafrikanischer Seebär

Arctocephalus pusillus

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 gibt für 5 Ohren- bzw. Hundsrobben generell eine Beckenfläche von 200 m² und eine Kubatur von 400 m³ vor bei Wassertiefen, die sich jeweils an der Körperlänge der Tiere orientieren. Wie diese Zahlen zustande kamen, wurde nie begründet. Die Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Practice Guidelines, und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abgestimmt werden soll. Zudem tragen einheitliche Beckendimensionen  dem Umstand nicht Rechnung, dass es massive Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt (mittleres Gewicht weibliche Südamerikani-sche Seebären 45 kg, Südliche See-Elefantenkühe 700 kg). Eine Differenzierung ist deshalb angezeigt. In Zoos hat sich für Ohrenrobben mittlerer Größe, wie dem Südafrikanischen Seebären, eine Beckenfläche von 150 m² bei 5 erwachsenen Tieren bewährt und kann somit als Mindestmaß für eine Zucht- oder Weibchengruppe vor-gegeben werden. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) fordert für 5 Ohrenrobben ebenfalls 150 m² bei 2 m Tiefe.

Quellen:

  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos
  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) Stand am 29. 12. 2014
  • MEIJER, G. (2008) Husbandry Guidelines for Eared Seals (Otariidae) Edited and Compiled by the EAZA Marine Mammal TAG. Ouwehands Dierenpark, Rhenen
  • WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2014) Handbook of the Mammals of the World. Vol. 4 - Sea Mammals. Lynx Edicions, Barcelona. ISBN 978-84-96553-93-4. 

05.03.2015


Nördlicher Seebär

Callorhinus ursinus

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 gibt für 5 Ohren- bzw. Hundsrobben generell eine Beckenfläche von 200 m² und eine Kubatur von 400 m³ vor bei Wassertiefen, die sich jeweils an der Körperlänge der Tiere orientieren. Wie diese Zahlen zustande kamen, wurde nie begründet. Die Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Practice Guidelines, und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abge-stimmt werden soll. Zudem tragen einheitliche Beckendimensionen dem Umstand nicht Rechnung, dass es massive Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt (mittleres Gewicht weibliche Südamerikanische Seebären 45 kg, Südliche See-Elefantenkühe 700 kg). Eine Differenzierung ist deshalb angezeigt. In Zoos hat sich für Ohrenrobben mittlerer Größe eine Beckenfläche von 150 m² bei 5 erwachsenen Tieren bewährt und kann somit als Mindestmaß vorgegeben werden. Für die etwas kleineren Nördlichen Seebären erscheinen 120 m² als Minimum für eine Zucht- oder Weibchengruppe angemessen.

Quellen:

  • MEIJER, G. (2008)  Husbandry Guidelines for Eared Seals (Otariidae) Edited and Compiled by the EAZA Marine Mammal TAG. Ouwehands Dierenpark, Rhenen
  • WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2014) Handbook of the Mammals of the World. Vol. 4 - Sea Mammals. Lynx Edicions, Barcelona. ISBN 978-84-96553-93-4. 

05.03.2015


Mähnenrobbe

Otaria flavescens

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 gibt für 5 Ohren- bzw. Hundsrobben generell eine Beckenfläche von 200 m² und eine Kubatur von 400 m³ vor bei Wassertiefen, die sich jeweils an der Körperlänge der Tiere orientieren. Wie diese Zahlen zustande kamen, wurde nie begründet. Die Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Practice Guidelines, und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abgestimmt werden soll. Zudem tragen einheitliche Beckendimensionen dem Umstand nicht Rechnung, dass es massive Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt (mittleres Gewicht weibliche Südamerikanische Seebären 45 kg, Südliche See-Elefantenkühe 700 kg). Eine Differenzierung ist deshalb angezeigt. Für Zucht- oder Weibchengruppe von Mähnenrobben ist die Vorgabe des Säugetiergutachtens angemessen.

Quellen:

  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos
  • MEIJER, G. (2008)  Husbandry Guidelines for Eared Seals (Otariidae) Edited and Compiled by the EAZA Marine Mammal TAG. Ouwehands Dierenpark, Rhenen
  • WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2014) Handbook of the Mammals of the World. Vol. 4 - Sea Mammals. Lynx Edicions, Barcelona. ISBN 978-84-96553-93-4. 

Kalifornischer Seelöwe

Zalophus californianus

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 gibt für 5 Ohren- bzw. Hundsrobben generell eine Beckenfläche von 200 m² und eine Kubatur von 400 m³ vor bei Wassertiefen, die sich jeweils an der Körperlänge der Tiere orientieren. Wie diese Zahlen zustande kamen, wurde nie begründet. Die Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Prac-tice Guidelines, und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abgestimmt werden soll. Zudem tragen einheitliche Beckendimensionen dem Umstand nicht Rechnung, dass es massive Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten gibt (mittleres Gewicht weibliche Südamerikanische Seebären 45 kg, Südliche See-Elefantenkühe 700 kg). Eine Differenzierung ist deshalb angezeigt. In Zoos hat sich für Ohrenrobben mittlerer Größe, wie dem Kalifornischen Seelöwen, eine Beckenfläche von 150 m² bei 5 erwachsenen Tieren bewährt und kann somit als Mindestmaß für eine Zucht- oder Weibchengruppe vorge-geben werden. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) fordert für 5 Ohrenrobben ebenfalls 150 m² bei 2 m Tiefe.

Quellen:

  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos
  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) Stand am 29. 12. 2014
  • MEIJER, G. (2008)  Husbandry Guidelines for Eared Seals (Otariidae) Edited and Compiled by the EAZA Marine Mammal TAG. Ouwehands Dierenpark, Rhenen
  • WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2014) Handbook of the Mammals of the World. Vol. 4 - Sea Mammals. Lynx Edicions, Barcelona. ISBN 978-84-96553-93-4. 

05.03.2015


Kegelrobbe

Halichoerus grypus

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL besagt, dass die Fläche des Hauptbeckens für 5 Kegelrobben 200 m² groß sein muss. Dies entspricht den Best Practice Enpfehlungen der EAZA, ist also keine Mindestanforderung. Das Becken muss ferner mindestens 3 m tief sein, so dass die Tiere  im Großteil des Beckens vertikal frei im Wasser treiben können. Dies wird mit dem Schlafverhalten begründet. Diese Begründung ist aber nicht stichhaltig, denn eine Umfrage bei Zoos und der Seehundstation Friedrichskoog ergab, dass Kegelrobben nur selten vertikal unter Wasser schlafen. Hauptsächlich wird an der Wasseroberfläche oder im Flachwasserbereich sowohl auf dem Rücken als auch auf dem Bauch geschlafen, gerne auch auf dem Beckenboden, wobei sie von Zeit zu Zeit auch mit geschlossenen Augen zum Atmen nur mit der Nase an die Oberfläche kommen, um dann wieder nach unten zu sinken, ferner an Land oder treibend als Boje, wobei ein größerer Teil von Kopf und Hals aus dem Wasser ragt.

Quellen:

  • Prof. Guido Dehnhardt (2013) in litt.
  • Seehundstation Friedrichskoog (2013) in litt.
  • Tierhaltererfahrung in sieben VdZ-Zoos
  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) Stand am 29. 12. 2014
  • MEIJER, G. & JOUSTRA, T. (2009)  Draft Husbandry Guidelines for true seals (Phocidae) For Review by the EAZA Marine Mammal TAG

05.03.2015


Seehund

Phoca vitulina

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL macht die Vorgabe, dass bei Hundsrobben für  jedes Tier ein räumlich gesonderter Liegeplatz von 2 – 6 m² vorzusehen ist. Falls dies nicht möglich ist, muss für bis zu 5 Tiere ein Land-teil mit Sichtschutzbereichen von mindestens 100 m² vorhanden sein. Für weitere Tiere sind möglichst räumlich gesonderte Liegeplätze anzulegen. Wie sinnvoll diese Anforderung ist, zeigen die untenstehenden Freilandaufnahmen: Seehunde liegen zwar nicht in dichtem Körperkontakt wie manche anderen Robben, aber die Individualabstände sind sehr klein, in der Grössenordnung von 1 m. Der Entwurf der Best Practice Guidelines der EAZA gibt denn auch für vier Seehunde einen Landteil von nur 20 m² vor.

Die Vorgabe, dass ein System von mehr als zwei Becken erforderlich sei, ist nicht zu begründen. Robben leben in Kolonien und bedürfen im Prinzip keiner Separierungen. Dagegen ist ein kleines separates Becken oder ein vom Becken abtrennbares Abteil namentlich in Zusammenhang mit der Aufzucht von Jungtieren oder aus veterinärmedizinischen Gründen angezeigt.

Das Säugetiergutachten besagt ferner, dass die Fläche des Hauptbeckens für 5 Seehunde 200 m² groß sein und ein Volumen von 400 m² haben muss. Diese Fläche liegt über der Empfehlung der EAZA Best Practice Guideli-nes und ein fixes Volumen ist sinnfrei, wenn die Wassertiefe auf die Körperlänge der Tiere abgestimmt werden soll, denn es wird verlangt, dass die Mindestwassertiefe im Hauptteil des Beckens auf die Körpergröße der Tiere so abzustimmen ist, so dass diese im Großteil des Beckens vertikal frei im Wasser treiben können. Dies wird  mit dem Schlafverhalten begründet. Im Klartext bedeutet dies, dass ein Seehundbecken mindestens 2 m tief sein muss. Mit der Begründung des vertikalen Schlafens wurde auch in der Schweiz die Mindesttiefe des Beckens von 1.5 auf 2 m erhöht.

Diese Begründung ist aber nicht stichhaltig: Wenn Seehunde richtig fest schlafen, geschieht dieses indem sie an der Oberfläche einschlafen und dann auf den Grund absinken. Dort bleiben sie bis zu 20 Minuten liegen und tauchen dann „automatisch“ wieder auf, um mehrmals Luft zu holen und dann wieder abzusinken. Bei einer zweiten Version treiben die Tiere schräg im Wasser und schließlich gibt es auch Schlafphasen an Land.

Eine Umfrage bei VDZ-Mitgliedzoos und der Seehundstation Friedrichskoog ergab, dass Seehunde an Land, im Flachwasser (so dass der Körper zur Hälfte außerhalb des Wassers liegt) oder abgesunken auf dem Beckenbo-den liegend schlafen, „vertikales“ Schlafen wurde selten oder nie beobachtet, wegen des Auftriebs ist dieses ohnehin nicht vertikal, sondern der Winkel zwischen Wasseroberfläche und Körperachse beträgt knapp 35°.

Für die im Gutachten festgelegten Zahlenwerte gibt es weder eine wissenschaftliche Grundlage noch lassen sie sich mit tierhalterischer Erfahrung begründen. Im Gutachten’96 wurden für 4 Seehunde eine Fläche von 60 m² und eine mittlere Tiefe von 1 m vorgegeben. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung  für 5 Seehunde eine Fläche von 80 m² und eine mittlere Tiefe von 1.5 m. Der Entwurf der Best Practice Guidelines der EAZA gibt für vier Seehunde einen Landteil von 20 m² und ein Becken von 60 m² bei einer bei einer mittleren Wassertiefe von etwa  1 m vor. Dies entspricht dem Gutachten’96. Bestehenden Anlagen, die die Vorgaben des Gutachtens 96 erfüllen, sollten daher ohne Auflagen akzeptiert werden.

Quellen:

  • Prof. Guido Dehnhardt (2013) in litt.
  • Seehundstation Friedrichskoog (2013) in litt.
  • Tierhaltererfahrung in sieben VdZ-Zoos
  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) Stand am 29. 12. 2014
  • MEIJER, G. & JOUSTRA, T. (2009)  Draft Husbandry Guidelines for true seals (Phocidae) For Review by the EAZA Marine Mammal TAG

05.03.2015


Baikalrobbe

Pusa sibirica

Tierart- Datenblatt 

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL macht die Vorgabe, dass bei Hundsrobben für  jedes Tier ein räumlich gesonderter Liegeplatz von 2 – 6 m² vorzusehen ist. Falls dies nicht möglich ist, muss für bis zu 5 Tiere ein Land-teil mit Sichtschutzbereichen von mindestens 100 m² vorhanden sein. Für weitere Tiere sind möglichst räumlich gesonderte Liegeplätze anzulegen. Wie sinnvoll diese Anforderung ist, zeigt drastisch die untenstehende Freilandaufnahme, wo die Tiere in unmittelbarem Körperkontakt ruhen. Weitere  Bilder dieser Art sind im Internet zu finden. Der Entwurf der Best Practice Guidelines der EAZA gibt denn auch für vier Seehunde / Ringelrobben einen Landteil von nur 20 m² vor.

Für die im Gutachten festgelegten Beckendimensionen gibt es weder eine wissenschaftliche Grundlage noch lassen sie sich mit tierhalterischer Erfahrung begründen. Im Gutachten’96 wurden für 4 Tiere eine Fläche von 60 m² und eine mittlere Tiefe von 1 m vorgegeben. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung  für 5 Tiere eine Fläche von 80 m² und eine mittlere Tiefe von 1.5 m. Der Entwurf der Best Practice Guidelines der EAZA gibt für vier Ringelrobben ein Becken von 60 m² bei einer bei einer mittleren Wassertiefe von etwa  1 m vor. Dies entspricht dem Gutachten’96. Bestehenden Anlagen, die die Vorgaben des Gutachtens 96 erfüllen, sollten daher ohne Auflagen akzeptiert werden.

Quellen:

  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008) Stand am 29. 12. 2014
  • MEIJER, G. & JOUSTRA, T. (2009)  Draft Husbandry Guidelines for true seals (Phocidae) For Review by the EAZA Marine Mammal TAG

05.03.2015


Gelesen 791 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 06 August 2015 18:22

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