Donnerstag, 05 März 2015 14:30

(23.02) Flusspferde

Flusspferd

Hippopotamus amphibius

Tierart-Datenblatt

Währenddem im Säugetiergutachten’96 für zwei Flusspferde ein Außengehege von 60 m² und für jedes weitere Tier zusätzlich 25 m² als ausreichend angesehen wurde, fordert das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL für bis zu zwei Flusspferde ein unterteilbares Außengehege von mindestens 200 m²und für jedes weitere Tier 50 m² mehr. Flusspferde brauchen aber nur dann viel Platz an Land, wenn sie grasen müssen. Dies entfällt im Zoo durch die entsprechende Fütterung. Die Landflächen werden also praktisch nur zum Ruhen und Sonnenbaden genutzt, daher reicht aufgrund von Haltungserfahrung als Mindestanforderung für das Außengehege eine Fläche von 100 m² für bis zu zwei Tiere, für jedes weitere 25 m² mehr.
Das Gutachten verlangt ferner dass den Tieren im Außengehege ein Sandbad zur Verfügung gestellt werden müsse. Flusspferde pflegen zwar auf Sandbänken zu ruhen, wo es solche gibt, das Sandbaden gehört aber nicht zu ihren Gepflogenheiten. Dagegen benötigen sie eine Suhle.

Quellen:

  • JONES, R. (2008)  Husbandry Guidelines for the Common Hippopotamus. Western Sydney Institute of TAFE, Richmond, NSW, Australien.
  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos

05.03.2015


Zwergflusspferd

Choeropsis liberiensis

Tierart-Datenblatt

Das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL fordert für bis zu zwei Zwergflusspferde ein unterteilbares Außengehege von mindestens 200 m². In den Best Practice Guidelines der EAZA steht für Zwergflusspferde: “According to the present standards within the European Union, the outdoor exhibit for pygmy hippos should encompass a minimum floor area of at least 50 m² per pair, with an additional 10 m² for every extra animal.“ Die Vorgabe des Säugetiergutachtens übertrifft also die „Best practice“ um das Vierfache. Sie entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage und ergibt sich nicht aus der praktischen Erfahrung. Wie schon in anderen Fällen ist es sinnvoller, sich den Mindestanforderungen der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 2013) anzugleichen: Zwergflusspferde: 50 m² pro Tier als verbindbare Außeneinzelgehege. Ferner ist aufgrund ihrer Biologie nicht einzusehen, weshalb Zwergflusspferde im Innengehege mehr Platz benötigen sollten als die vergleichbar großen Süd- und Mittelamerikanischen Tapire. Die Anforderung von mindestens 20 m² pro Tier ist an jene für Süd- und Mittelamerikanischen Tapire anzugleichen. 15 m² pro Tier sind ausreichend.

Das Gutachten verlangt ferner dass den Tieren im Außengehege ein Sandbad zur Verfügung gestellt werden müsse. Zwergflusspferde leben natürlicherweise im Tiefland Regenwald oder in Sümpfen, wo man sich schlecht vorstellen kann, dass es Sandbäder gibt. Die Husbandry Guidelines der EAZA (Best Practice) sehen denn auch keine Sandbäder vor, sondern lediglich Badebecken und Suhlen.

Quellen:

  • HOUWALD, F. von, MACDONALD, A., PAGAN, =. & STECK, B (2007) Husbandry Guidelines for the Pygmy Hippopotamus (Hexaprotodon liberiensis) 103 Seiten. Zoo Basel.
  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos

05.03.2015

Gelesen 689 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 März 2015 18:03

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