Donnerstag, 05 März 2015 09:48

(23.05) Moschushirsche

Sibirisches Moschustier

Moschus moschiferus

Art-Datenblatt

Das Säugetiergutachten’96 gab für ein Paar Moschustiere ein Außengehege von 80 m² vor, für jedes weitere Tier 10 m² mehr. Im Säugetiergutachtens 2014  wurde die Mindestfläche ohne Angabe von Gründen auf 250 m² pro Tier bzw. 500 m² pro Paar angehoben. Im Gegensatz dazu schreibt die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs für fünf erwachsene Moschustiere 120 m² vor, in der schweizerischen Tierschutzverordnung ist die Art nicht explizit erwähnt, per Analogie kann aber geschlossen werden, dass für vier Tiere 150 m² angeboten werden müssen. Erfahrungen mit Gruppenhaltung sind im deutschsprachigen Raum sehr limitiert, da bei uns die Tiere entsprechend der Situation im Freiland einzeln, paarweise oder in Kleinfamilien gehalten werden. In einer chinesischen Forschungsstation wurden aber Moschustiere in größerem Umfang gehalten und gezüchtet. Die Haltung erfolgte in gleichgeschlechtlichen Gruppen von 5-7 Tieren, wobei die Böcke durch agonistisches Verhalten eine stabile Rangordnung etablierten und jeweils von November bis Februar ein Bock in jede Weibchengruppe gesetzt wurde. Jeder Gruppe standen ein Außengehege von 100 m² und individuelle Boxen von 4 m² zur Verfügung.

Währenddem die in der österreichischen Verordnung vorgeschriebene Fläche möglicherweise adäquat ist für ein Tier, ein Paar oder eine Kleingruppe hinter den Kulissen, sollte - der Schreckhaftigkeit der Tiere Rechnung tragend - ein Schaugehege deutlich mehr Platz bieten. Vermutlich wären 250 m² als Minimum angemessen.

Das Säugetiergutachtens 2014 stellt zwar fest, Moschustiere seien wetterhart und unempfindlich, trotzdem gibt es vor, dass ein Innengehege von mindestens 3 m² pro Tier in mindestens 2 Räumen vorhanden sein müsse (was immer das heißt). Tatsächlich benötigen Moschustiere kein Innengehege, da sie als zentralasiatische Tiere kälteresistent sind. Weil sie aber hitze- und nässeempfindlich sind, sollten ihnen dreiseitig geschlossene Unterstände zur Verfügung gestellt werden, möglichst ein separater Unterstand pro Adulttier. Wenn schon ein Stall angeboten wird, sollte dieser so konzipiert sein, dass die schreckhaften Tiere bei der Reinigung dem Tierpfleger ausweichen können, entweder durch optische Unterteilung einer ausreichend großen Box oder durch Absperren.

Quellen:

05.03.2015

 


 

Gelesen 608 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 März 2015 18:07

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