Montag, 02 März 2015 18:33

(23.06) Hirsche

Rothirsch

Cervus elaphus

Art-Datenblatt

Rotwild wird häufig in Wildparks und zur Fleischproduktion in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Die Anforderung des Säugetiergutachtens 2014 des BMEL, dass bei der extensiven Haltung von Rotwild 3000 m² pro Adulttier zur Verfügung gestellt werden müssen, steht in Widerspruch zu landesrechtlichen Anforderungen für die Haltung von Gehegewild, z.B. zu Anlage 1 der Bayerischen Richtlinien für die Haltung von Dam-, Rot-, Sika- sowie Muffelwild (GehegewildR) vom 2. Januar 2007, die lediglich 2000 m² vorschreibt. Im Säugetiergutachten steht ferner, dass lediglich bei Milus, Dam- und Weißwedelhirschen  in großen Gehegen auch mehrere Männchen gemeinsam gehalten werden könnten. Diese bei PUSCHMANN et. al. (2009) abgeschriebene Behauptung ist falsch. Im Freiland leben Rothirsche während des Sommers ohnehin in Junggesellengruppen. Wird eine gute Alterspyramide bedacht und dem Platzhirsch nicht gerade ein ebenbürtiger Hirsch vor die Nase gesetzt, so kann bei Westpaläarktischen Rothirschen und Maralen die Haltung von Beihirschen sogar während der Brunft funktionieren und sich auf das Sozialverhalten positiv azuswirken. Bei Wapitis sollte man nur männliche Tiere bis max. 3 Jahren dabei lassen - selbst außerhalb der Brunft, denn die Hirsche attackieren sich auch im Bastgeweih mit den Vorderläufen.

Quellen:

  • PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009) Zootierhaltung. Tiere in Menschlicher Obhut - Säugetiere. 5. Auflage. ISBN 978-3-8171-1799-4.
  • SCHMIDT, P. (1971) Der Hirsch in unseren Bergen. Friedrich Reinhardt Verlag Basel. ISBN 3-7245-0006-8.
  • Richtlinien für die Haltung von Dam-, Rot-, Sika- sowie Muffelwild (GehegewildR) vom 2. Januar 2007
  • WIESENTHAL, E. (2015) in litt.) - Haltungserfahrung in DWV-Parks

02.03.2015


Barasingha

Cervus (Rucervus) duvaucelii

Art-Datenblatt

Laut Säugetiergutachten 2014 des BMEL können lediglich bei Milus, Dam- und Weißwedelhirschen in großen Gehegen auch mehrere Männchen gemeinsam gehalten werden. Diese bei PUSCHMANN et. al. (2009) abgeschriebene Behauptung ist falsch. Bei den meisten Hirscharten ändert sich die soziale Organisation im Jahresverlauf. Beim Barasingha werden in Indien im Winter zumeist kleine, während des Monsums mittelgroße und während des Sommers große Herden angetroffen. Während des Sommers kann man reinen Jungesellenherden begegnen, während des ganzen Jahres gibt es aber gemischte Herden mit in etwas gleich vielen männlichen wie weiblichen Tieren (TEWARI et al., 2013).

Quellen:

  • PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009) Zootierhaltung. Tiere in Menschlicher Obhut - Säugetiere. 5. Auflage. Verlag Harri Deutsch. ISBN 978-3-8171-1799-4.
  • TEWARI, R. & RAWAT, G. S. (2013) Factors influencing seasonal changes in the herd size and composition of swamp deer in Jhilmil Jheel Conservation Reserve, Haridwar, Uttarakhand, India. Int. J. of Pharm. & Life Sci. (IJPLS), Vol. 4, Issue 8: Aug: 2013: 2870-2875 - 2871. ISSN: 0976-7126.

02.03.2015


Leierhirsch

Cervus (Rucervus) eldii

Tierart-Datenblatt

Laut Säugetiergutachten 2014 des BMEL können lediglich bei Milus, Dam- und Weißwedelhirschen in großen Gehegen auch mehrere Männchen gemeinsam gehalten werden. Diese bei PUSCHMANN et. al. (2009) abgeschriebene Behauptung ist falsch. Bei den meisten Hirscharten ändert sich die soziale Organisation im Jahresverlauf. Beim Leierhirsch leben außerhalb der Brunft Böcke zumeist solitär. Nach PUKATHENTI et al. (2003) ist es aber durchaus möglich, sie in Junggesellenrudeln zu halten. Während der Brunft gesellen sich jeweils einige Böcke zu den Rudeln der Hirschkühe (JOHNSINGH et al., 2015). Da sie sich Gefechte liefern, hängt es von Größe und Struktur des Geheges ab, ob auch während dieser Periode mehrere Böcke zusammen gehalten werden können. Grundsätzlich ist dies aber möglich. So wurden z.B. einem schweizerischen VdZ-Zoo bis zu vier Hirsche unterschiedlichen Alters im Rudel gehalten, ohne dass Probleme auftraten (R.Z. in litt. 2015).

Quellen:

03.03.2015


Axishirsch

Axis axis

Tierart-Datenblatt

Laut Säugetiergutachten 2014 des BMEL können lediglich bei Milus, Dam- und Weißwedelhirschen in großen Gehegen auch mehrere Männchen gemeinsam gehalten werden. Diese bei PUSCHMANN et. al. (2009) abge-schriebene Behauptung ist falsch. Bei den meisten Hirscharten ändert sich die soziale Organisation im Jahres-verlauf. Beim Axishirsch leben die Böcke einzeln, in Junggesellengruppen, oder in gemischten Herden. Diese drei Organisationsformen, ebenso wie reine Weibchengruppen können während des ganzen Jahres beobachtet werden, wobei sich die Junggesellenherden hauptsächlich nach der Brunft bilden, wenn die Geweihe gescho-ben werden. Unter Zoobedingungen ist die Haltung gemischter Herden oder von Bockrudeln möglich. Im Gehe-ge, oder bei kleinen Rudeln auch im Freiland, bilden die Böcke eine lineare Hierarchie aus. Bei den Kühen ist die soziale Grundeinheit die Mutterfamilie, bestehend aus Kuh, Kalb und Jährling. Mehrere Mutterfamilien können sich zu größeren Herden zusammenschließen, in denen oft subadulte Böcke mitlaufen und die während der Bruft von adulten Böcken besucht werden. Diese haben aber keine Tendenz, sich einen Harem zu organisieren.

Quellen:

04.03.2015


Schopfhirsch

Elaphodus cephalophus

Tierart-Datenblatt
 
Das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Schopfhirsch nicht zu. Dieser lebt solitär oder paarweise (WILSON & MITTERMEIER 2011) und ist auch so zu halten.

Quelle:

02.03.2015


Chinesischer Muntjak

Muntiacus reevesi

Tierart-Datenblatt

Das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Chinesischen Muntjak nicht zu. Dieser lebt solitär, allenfalls paarweise oder in kleinen Familien-gruppen (WILSON & MITTERMEIER 2011) und ist auch so zu halten.

Quelle:

02.03.2015


Wasserreh

Hydropotes inermis

Tierart-Datenblatt

Das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für das Wasserreh nicht zu. Dieses lebt solitär, allenfalls paarweise oder in kleinen Familiengruppen, wo-bei die Kitze höchstens 4-5 Monate bei der Mutter bleiben (WILSON & MITTERMEIER 2011).

Quelle:

02.03.2015


Reh

Capreolus capreolus

Art-Datenblatt

Rehe sind anfällig für Parasitosen und haben hohe Ansprüche an die Fütterung. Die Hauptursache für das Zu-sammenbrechen blühender Rehzuchten dürfte allerdings die Tatsache sein, dass das Reh eine saisonal solitäre Tierart ist. Rehe bilden zwar im Winterhalbjahr Rudel, während des Sommerhalbjahrs leben sie aber einzeln, paarweise oder in Kleinfamilien. Wenn Rehe in relativ kleinen Gehegen ganzjährig in Gruppen gehalten wer-den, führt dies zu sozialem Stress, der das Auftreten unterschiedlicher Krankheiten begünstigt und eine erhöh-te Mortalität zur Folge hat. Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL könnten auf 2000 m² 20 Rehe gehalten werden. Eine solche Haltung würde aber innerhalb kürzester Zeit das Todesurteil für die meisten Tiere bedeuten.

Quellen:

  • DOLLINGER, P. (1981a) Parasitenbefall, Sterblichkeit und Todesursachen bei Rehen. Verh.ber. Erkg. Zootiere 23, Halle, 161-173.
  • MÜRI, H. (1984a) Reh, 1. Teil. Biologie einheimischer Wildarten 1/20. Wildtier Schweiz, Zürich

02.03.2015


Südpudu

Pudu puda

Art-Datenblatt

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Südpudu nicht zu: CZERNAY (1987) verweist darauf, dass zwar in der älteren Literatur behauptet wurde, dass Pudus kleine Rudel bilden, dass aber bei neueren Freiland-Untersuchungen nie mehr als zwei Tiere zusammen angetroffen wurden.

Quelle:

  • CZERNAY, S. (1987)  Die Spiesshirsche und Pudus - Die Gattungen Mazama und Pudu Die Neue Brehm-Bücherei 581. A. Ziemsen-Verlag, Wittenberg Lutherstadt. ISBN 978-3-7403-0046-3.

02.03.2015


Gelesen 934 mal Letzte Änderung am Samstag, 07 März 2015 12:21

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