Mittwoch, 04 Februar 2015 10:35

(10.0) Seekühe

Karibische Seekuh

Trichechus manatus

Art-Datenblatt

Für manche der Vorgaben im Säugetiergutachten 2014 des BMEL gibt es keine wissenschaftlichen Grundlagen. Seekühe sind in beliebiger sozialer Konstellation extrem verträglich und konkurrieren nicht um den Platz. Eine Abtrennung einzelner Tiere ist nur in medizinischen Notfällen nötig. Für diesen Zweck muss neben dem Hauptbecken ein abtrennbares Becken vorhanden sein. Aufgrund von Tierhaltererfahrung sind folgende Dimensionen für das Hauptbecken ausreichend: Für bis zu vier Tiere eine Wasserfläche von mindestens 150 m² und ein Volumen von 270 m³. Für jedes weitere erwachsene Tier müssen mindestens 25 m² mehr bereitgestellt werden. Die Wassertiefe muss im Mittel 1,8 m und zumindest teilweise bis zu 2,5 m betragen, und der tiefe Bereich muss den Tieren ausreichende Bewegungsmöglichkeiten bieten. Diese Vorgaben übertreffen jene der Vereinigten Staaten (mittlere Tiefe 1,52 m, Volumen ca. 150 m³) und der Schweiz (Wasservolumen 240 m³ für 4 Tiere). Die Wasserqualität bedarf laufender Kontrolle, Luftqualitätsmessungen sind dagegen überflüssig. Die Möglichkeit einer getrennten Entleerung einzelner Beckenbereiche sowie eine flache Strandzone sind wünschenswert.

Im Entwurf der Best Practice Guidelines der EAZA werden die Vorschriften des USDA (Fläche pro Tier 14.47 m², Tiefe 1.52 m) als akzeptable Mindestanforderung dargestellt.

Quellen:

  • HEUKELS, M. & VANLEEUWEN, L. (2005) Draft husbandry guidelines of the West-Indian Manatee (Trichechus manatus). Thesis number 584319, Van Hall Larenstein Animal Management Institute, Leeuwarden.
  • Schweizerische Tierschutzverordnung (2008), Stand am 29. 12. 2014
  • Tierhaltererfahrung in einem VdZ-Zoo

04.02.2015


Gelesen 873 mal Letzte Änderung am Samstag, 07 März 2015 10:32

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