Freitag, 09 Januar 2015 20:10

(09.0) Elefanten

Afrikanischer Elefant

Loxodonta africana

Art-Datenblatt

Das Säugetiergutachten’96 sah für bis zu drei Afrikanischen Elefantenkühen ein Außengehege von mindestens 500 m² und für einen Bullen ein zusätzliches Gehege von 150 m² vor Innen war eine Stallfläche von 15 m² bei Kettenhaltung und von 30 m² bei Boxenhaltung bzw. 50 m² für den Bullen vor. Das war zweifellos anpassungsbedürftig. Allerdings schießen die Vorgaben des Säugetiergutachtens 2014 des BMEL teilweise über das Ziel hinaus. Eine Haltung in größeren, züchtenden Gruppen wird zwar angestrebt. Es wird sich aber nie vermeiden lassen, dass auch (zumeist nicht-züchtende) Kleingruppen von Kühen gehalten werden müssen. Für Kleingruppen bis zu vier Tieren werden jedoch Innengehegeflächen verlangt, die nicht nur deutlich über jenen der Haltungsrichtlinie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN, 2001), sondern auch über jenen der „Best practice“ Haltungsrichtlinien der EAZA (2006) liegen. Dies sollte wie folgt korrigiert werden:

Elefantenkühe: Innen: Für Gruppen von bis zu vier Elefantenkühen sollten nach einer angemessenen Übergangsfrist die Anforderungen der Haltungsrichtlinie des BfN gelten, d.h. Einzelboxen und mindestens 200 m² nutzbare Lauffläche. Dies gilt für Kühe und für Kälber ab zwei Jahren, jüngere werden nicht mitgerechnet. Diese Fläche kann auch durch die Verbindung von Einzelboxen erreicht werden, die mindestens 33 m² groß sein sollen.

Für größere Zuchtgruppen und für die Bullenhaltung sind die Vorgaben des Gutachtens akzeptabel, auch wenn sie eher „Best practice“ darstellen als eigentliche Mindestanforderungen.

Das Gutachten macht auch Angaben zu Sozialgefüge und Vergesellschaftung. Dabei ist zu beachten, dass es sich beim Zusammenstellung von Gruppen und der Entfernung von Tieren aus einer Gruppe stets um Einzelfallentscheidungen handelt, bei denen verschiedene Aspekte abzuwägen sind und bei denen zumeist der Koordinator des Zuchtprogramms mitwirkt. So kann die Haltung von nur zwei Elefanten unter Umständen durchaus mit Tierschutzüberlegungen kompatibel sein und ist daher nicht grundsätzlich zu vermeiden, auch wenn größere Gruppen anzustreben sind. Nicht vernachlässigt werden darf, dass es für den Afrikanischen Elefanten ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm gibt, an dem die allermeisten Elefanten haltenden Zoos in Deutschland partizipieren. Deshalb ist die Freiheit der Halter, wie sie ihre Bestände managen und wohin sie Nachzuchten abgeben, eingeschränkt, und die diesbezüglichen Vorgaben des Gutachtens werden so irrelevant.

Quellen:

  • EAZA Elephant TAG (2005)  Management Guidelines for the Welfare of Zoo Animals – Elephant. 36 Seiten. EAZA, Amsterdam.
  • Haltungsrichtlinie für Elefanten empfohlen vom Beirat Artenschutz beim Bundesamt für Naturschutz im Zusammenhang mit der Umsetzung der Verordnung (EG) 338/97
  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos

04.02.2015


 

Asiatischer Elefant

Elephas maximus

Art-Datenblatt

Das Säugetiergutachten’96 sah für bis zu drei Asiatischen Elefantenkühen ein Außengehege von mindestens 500 m² und für einen Bullen ein zusätzliches Gehege von 150 m² vor Innen war eine Stallfläche von 15 m² bei Kettenhaltung und von 30 m² bei Boxenhaltung bzw. 50 m² für den Bullen vor. Das war zweifellos anpassungs-bedürftig. Allerdings schießen die Vorgaben des Säugetiergutachtens 2014 des BMEL teilweise über das Ziel hinaus. Eine Haltung in größeren, züchtenden Gruppen wird zwar angestrebt. Es wird sich aber nie vermeiden lassen, dass auch (zumeist nicht-züchtende) Kleingruppen von Kühen gehalten werden müssen. Für Kleingruppen bis zu vier Tieren werden jedoch Innengehegeflächen verlangt, die nicht nur deutlich über jenen der Haltungsrichtlinie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN, 2001), sondern auch über jenen der „Best practice“ Haltungsrichtlinien der EAZA (2006) liegen. Dies sollte wie folgt korrigiert werden:

Elefantenkühe: Innen: Für Gruppen von bis zu vier Elefantenkühen sollten nach einer angemessenen Über-gangsfrist die Anforderungen der Haltungsrichtlinie des BfN gelten, d.h. Einzelboxen und mindestens 200 m² nutzbare Lauffläche. Dies gilt für Kühe und für Kälber ab zwei Jahren, jüngere werden nicht mitgerechnet. Diese Fläche kann auch durch die Verbindung von Einzelboxen erreicht werden, die mindestens 33 m² groß sein sollen.

Für größere Zuchtgruppen und für die Bullenhaltung sind die Vorgaben des Gutachtens akzeptabel, auch wenn sie eher „Best practice“ darstellen als eigentliche Mindestanforderungen.

Das Gutachten macht auch Angaben zu Sozialgefüge und Vergesellschaftung. Dabei ist zu beachten, dass es sich beim Zusammenstellung von Gruppen und der Entfernung von Tieren aus einer Gruppe stets um Einzelfallentscheidungen handelt, bei denen verschiedene Aspekte abzuwägen sind und bei denen zumeist der Koordinator des Zuchtprogramms mitwirkt. So kann die Haltung von nur zwei Elefanten unter Umständen durchaus mit Tierschutzüberlegungen kompatibel sein und ist daher nicht grundsätzlich zu vermeiden, auch wenn größere Gruppen anzustreben sind. Nicht vernachlässigt werden darf, dass es für den Asiatischen Elefanten ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm gibt, an dem die allermeisten Elefanten haltenden Zoos in Deutschland partizipieren. Deshalb ist die Freiheit der Halter, wie sie ihre Bestände managen und wohin sie Nachzuchten abgeben, eingeschränkt, und die diesbezüglichen Vorgaben des Gutachtens werden so irrelevant.

Quellen:

  • EAZA Elephant TAG (2005)  Management Guidelines for the Welfare of Zoo Animals – Elephant. 36 Seiten. EAZA, Amsterdam.
  • Haltungsrichtlinie für Elefanten empfohlen vom Beirat Artenschutz beim Bundesamt für Naturschutz im Zusammenhang mit der Umsetzung der Verordnung (EG) 338/97
  • Tierhaltererfahrung in VdZ-Zoos

04.02.2015


 

Gelesen 1030 mal Letzte Änderung am Samstag, 07 März 2015 10:29

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